Herbert Mühlenberg

Vom Bolzplatz in die Bundesliga – Herbert Mühlenbergs Weg begann in Süsterseel

Einen große Fußballgeschichte ist unweigerlich auch mit dem Namen „Mühle“ verbunden. Ein Heimatidol mit Bundesligaformat. Die Fußballkarriere von Herbert Mühlenberg bleibt unvergessen.

Der gebürtige Süsterseeler prägte nicht nur über viele Jahre den FC Wanderlust 1920 Süsterseel, sondern schaffte anschließend den Sprung bis in die höchste deutsche Spielklasse. Sein Werdegang ist beispielhaft für die Kraft des Amateurfußballs – und das Potenzial, das in kleinen Vereinen schlummert.

Frühe Jahre beim FC Wanderlust

Seine ersten fußballerischen Schritte machte Mühlenberg 1956 als Jugendspieler auf dem Sportplatz seines Heimatvereins. Schnell wurde deutlich: Hier wächst ein Ausnahmetalent heran. Mit Spielwitz, Torgefahr und unermüdlichem Einsatz wurde er schon bald zur prägenden Figur des Vereins – und zum Hoffnungsträger des Dorfes.

Zweifacher Amateurmeister mit dem SC Jülich 10

1968 folgte der Wechsel zum SC Jülich 10 – einem der dominierenden Amateurvereine seiner Zeit. Mit den Jülichern sicherte sich Mühlenberg in den Saisons 1968/69 und 1969/70 gleich zwei Mal den Titel des Deutschen Amateurmeisters. Diese Erfolge ebneten ihm den Weg in den Profifußball.

Bundesliga-Einsätze für den 1. FC Köln

1970 wurde der 1. FC Köln auf den Süsterseeler aufmerksam und nahm den vielversprechenden Stürmer unter Vertrag. Nach ersten Einsätzen in der Amateurmannschaft folgte 1972 das Bundesliga-Debüt – gegen den VfB Stuttgart gekrönt von einem Tor. Ein unvergesslicher Moment für Mühlenberg und für viele Fußballfans aus der Region. Gegen den 1. FC Kaiserlautern machte er sein zweites Bundesligaspiel.

Im UEFA Cup spielte Mühlenberg gegen Bohemians Dublin. Er wurde Vizemeister mit dem 1. FC Köln und stand im Kader des Vizepokalsiegers. Zu seinen Mannschaftskameraden gehörten u.a. Gerhard Welz, Toni Schumacher, Heinz Flohe, Jupp Kapellmann, Wolfgang Overath, Hannes Löhr, Bernd Cullmann, Harald Konopka, Karl-Heinz Thielen und Wolfgang Weber. In diesem hochkarätigen Kader war es schwer sich durchzusetzen.

Torjägerqualitäten in Leverkusen und Osnabrück

Sein Weg führte weiter zu Bayer 04 Leverkusen, wo er in der Regionalliga West sechs Tore in neun Spielen erzielte. Es folgte der Wechsel zum VfL Osnabrück – und der Beginn seiner erfolgreichsten Profijahre: 17 Treffer in der Regionalliga Nord und später 49 Tore in 126 Spielen der 2. Bundesliga Nord über fünf Spielzeiten machten ihn zum Leistungsträger und Publikumsliebling.

Rückkehr in den Amateurfußball

1978 schloss sich Mühlenberg dem VfB Rheine an, wo er bis 1982 seine aktive Karriere ausklingen ließ. Mit seiner Erfahrung und seinem Spielverständnis prägte er auch dort das Team – dieses Mal als erfahrener Führungsspieler im Amateurbereich. Anschließend war Mühlenberg noch viele Jahre als Trainer erfolgreich.

An der Seitenlinie weiterhin ein Garant für sportlichen Erfolg

Seine Trainerkarriere nahm 1982 bei den SF Oesede/Georgsmarienhütte ihren Anfang. Was folgte, war ein beispielloser Aufstieg. Innerhalb von zehn Jahren führte Mühlenberg das Team in drei Etappen von der Bezirksliga bis in die Verbandsliga – ein Meisterstück nachhaltiger Aufbauarbeit und kluger Kaderführung.

1992 übernahm er den Nachwuchs des VfL Osnabrück – und setzte sofort neue Maßstäbe. Der Aufstieg der A-Jugend in die Bundesliga zeugte von seinem geschulten Blick für Talent und Entwicklung. Doch Mühlenberg konnte nicht nur Talente fördern, sondern auch bei den Profis Akzente setzen: In nur 22 Monaten verwandelte er ein Team im Abstiegskampf (Platz 16) in eine ambitionierte Spitzenmannschaft (Platz 4). Parallel dazu coachte er die Amateurmannschaft des Vereins, die unter seiner Leitung den Sprung von der Landesliga in die Oberliga Niedersachsen schaffte – ein weiteres Kapitel seiner Erfolgsbilanz.

2001 kehrte er zu seinen Wurzeln zurück: Bei Viktoria Georgsmarienhütte setzte er seine Arbeit im Bezirksliga-Umfeld fort – erneut mit Weitsicht, Akribie und der Gabe, Mannschaften weiterzuentwickeln. Auch seine späteren Stationen bei BW Lohne (Landesliga, 2006–2009) und dem SC Lüstringen (Bezirksliga, 2009–2013) waren von konstanter Aufbauarbeit und sportlicher Stabilität geprägt.

Am 30. Juni 2013 endete schließlich eine außergewöhnliche Trainerkarriere. Doch für viele bleibt Herbert Mühlenberg weit mehr als nur ein Mann der Zahlen und Tabellen – er ist ein Symbol für Kontinuität, Fußballverstand und echte Vereinstreue.

Ein Vorbild für kommende Generationen

Heute gilt der pensionierte Diplom-Sportlehrer Herbert Mühlenberg als Symbolfigur des FC Wanderlust Süsterseel – und als Vorbild für viele junge Fußballer aus der Region. Sein Weg zeigt: Mit Disziplin, Talent und Leidenschaft ist auch aus einem kleinen Dorf der Weg ganz nach oben möglich.

Der FC Wanderlust blickt mit Stolz auf einen seiner wohl berühmtesten ehemaligen Spieler.

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